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Fit für den Auftritt

Vom Experten zum Keynote-Speaker – reine Talentsache?

„Ein packender Vortrag ist Talentsache – entweder man hat es drauf, oder nicht!“ – stimmt doch, oder? Wenn wir an Sport, Fremdsprachen oder Musik denken, räumen wir sofort ein, dass Talent gefördert und ausgebildet werden muss um zur Entfaltung zu kommen. Dazu gehört Wissen, Übung und Erfahrung und der Blick von außen. Denn ein Bühnenauftritt ist vor allem eins: Handwerk und Arbeit. Und weil gutes Bühnenhandwerk am Ende mühelos wirkt, die Arbeit also nicht mehr sichtbar ist, wird eine überzeugende Darbietung fälschlicherweise allein dem Talent zugeschrieben. Fehlt die Bühnenarbeit kommen viele an ihre Grenzen und stellen fest:

»Ich bin ein Experte und habe etwas zu sagen, aber mein Vortrag erzielt nicht die gewünschte Wirkung.«

»Es gibt Situationen, in denen ich mich nicht hinter Powerpoint verstecken kann, aber ohne Slides bin ich lost.«

»Ich habe Lampenfieber und das Gefühl nicht gut auf die Situation vorbereitet zu sein.«

Was kannst du tun, wenn du dich in diesen Aussagen wiederfindest? Überprüfe deinen letzten Vortrag mit den nun folgenden Fragen. Dazu richten wir unseren Blick vom Talent auf das Handwerk und stellen uns vor, wir betreiben ein Restaurant. Wie machen wir unsere Gäste glücklich?

  1. Die Zutaten
  2. Die Zubereitung
  3. Das Ambiente
  • Die Zutaten – oder: Das Thema. Bin ich in meinem Thema zu Hause? Was begeistert mich an meinem Thema? Was hat mein Leben mit diesem Thema zu tun? Warum ist es mir wichtig anderen Menschen davon zu erzählen? Möchte ich andere mit meinen Gedanken inspirieren?
  • Die Zubereitung – oder: Die Konzeption? Habe ich mein Thema ich eine Form gebracht, die sich für einen Vortrag eignet? Wie war mein Zeitmanagement auf der Bühne? Habe ich eine interessante und unterhaltsame Form gefunden? Wozu habe ich Powerpoint verwendet? Hatte ich eine Verbindung zum Publikum? Gab es anschauliche Requisiten?  
  • Das Ambiente – oder „Die Präsentation“. Habe ich meinen Vortrag laut geübt? Habe ich eine realistische Bühnen-Situation mit Licht und Ton ausprobiert? Beherrsche ich die Technik auf der Bühne? Habe ich für eine angemessene Anmoderation gesorgt? Habe ich meinen Vortrag im Vorfeld gefilmt und meine Stärken und Schwächen analysiert? Habe ich eine Generalprobe vor Publikum gemacht? Habe ich mein Zeitmanagement geprüft?

Das ein oder andere „nein“ entdeckt? Dann versuche beim nächsten Mal diese Lücken in der Vorbereitung zu schließen und plötzlich bist du mittendrin in der Bühnenarbeit und auf deinem Weg vom Experten zum Keynote-Speaker. Mit dieser Arbeit geht dein Blick allmählich weg von Dir selbst und hin zu deinem Publikum und dem, was du ihm geben kannst. Denn um im Bild zu bleiben „Der Gast ist König“.